Die grundlegenden Arbeitsmaterialien zum Stricken bilden Garn und Näh- bzw. Sticknadeln. Ohne diese beiden wichtigsten Werkzeuge kann keine Stickerei an Stoffen erfolgen. Als Garn eignen sich vor allem Wolle, 6-fädiger Sticktwist oder Seidenfäden, in besonders wertvollen Stickereien auch Goldfäden. Sie wurden spätestens seit dem Mittelalter hauptsächlich zum Kennzeichen von besonders betuchten Personen und waren ein Hinweis auf Stand und Reichtum. Hauptsächlich Würdenträger der Kirche und weltliche Herrscher trugen wertvolle Gewänder, die kunstvoll mit Verzierungen bestickt waren. Oftmals wurden Goldfäden in mühseliger Handarbeit von Frauen des königlichen Hofes in den Umhang oder die Kleidung des Herrschers eingearbeitet.
In Deutschland hat sich seit über 120 Jahren das Vogtland und die Region um Plauen als Zentrum der Stickerei herauskristallisiert. Die von dort aus gefertigte Plauener Spitze ist eine weltweit anerkannte Marke und steht für eine besonders hohe und wertvolle Qualität im Bereich der Stickerei. Als Hauptprodukte der über 40 mittelständischen Unternehmen gelten Gardinen, sämtliche Arten von Tischdecken, Brautkleider sowie Unterwäsche und Oberbekleidung speziell für Damen. Plauen gilt heute noch als innovative Schmiede für das Stickereigewerbe. Einige spezielle Sticktechniken wurden dort entwickelt und verfeinert.
Unzählige Techniken haben die Stickerei über Jahrtausende zu einem kunstvollen Gewerbe gemacht. Während die Ägypter und Chinesen noch überwiegend geometrische Formen auf ihre Tücher und Gewänder stickten, begann das assyrische Volk im Gebiet des heutigen Irak mit Tier- und Menschengestalten. Oftmals trugen die Stickereien auch mythische und kultische Symbole, die einen religiösen Hintergrund vermuten lassen.
Einige Sticktechniken haben sich bis heute erhalten und zählen zu den beliebtesten Methoden, Stickereien an Materialien anzubringen. Der Kreuzstich eignet sich besonders gut für Anfänger, die sich zum ersten Mal an das Sticken herantrauen. Dabei werden Grundstiche in einer Reihe gesetzt, auf die im nächsten Arbeitsschritt im 90 °-Winkel auf der Rückseite ein so genannter Deckstich erfolgt. Weitere Stickmethoden sind die Gobelinstickerei, die Richelieu-Stickerei oder die Ajour-Stickerei.